2001 Ungarntour im Sw (Sabine)
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Berichte

Roadbooktraining in Ungarn aus der Sicht einer Gespann-Beifahrerin !

Nachdem mein Mann im Mai 2000 begeistert vom MSA-Roadbooktraining in Ungarn zurückkam, beschlossen wir fürs kommende Jahr beide zusammen mit unserem KTM-Gespann dort zu fahren.
Nun war es endlich soweit. Einige Wochen vorher fuhren wir zum ersten Mal auf einer nahegelegenen Cross-Strecke ein paar Kilometer miteinander. Die Routine sollte ich in Ungarn bekommen. Nach 17 Stunden Autofahrt kamen wir Samstagabend auf dem Reiterhof – unserem Ausgangspunkt – nähe Kecskemet an.

Für Sonntag war vormittags etwas Theorie im Roadbookfahren / - lesen vorgesehen. Nach dem Mittag ging es auf eine 80 km-lange Schnuppertour Richtung Truppenübungsplatz, vorbei an riesigen Mohnfeldern. Wir wollten zu Beginn nicht zu schnell fahren, damit nichts passiert. Als wir jedoch auf einen Feldweg einbogen, ging es schon ziemlich flott vorwärts. Ich hatte nicht die Zeit aufs Roadbook zu sehen, wie ich es mir vorgenommen hatte. Hauptsache draufbleiben auf dem Seitenwagen ! Die Strecke führte uns an Feldern vorbei auf Wald- und Wiesenwegen zum Truppenübungsplatz und schließlich zurück zum Reiterhof. Ich war absolut begeistert, konditionell o.k. – trotz Panzerwellen – und das Mittagessen blieb, wo es hingehörte. Abends dann Briefing und Service.

Der nächste Tag führte uns 200 km auf tiefen sandigen Wegen, durch Wald sowie an Feldern und Einsiedlerhöfen vorbei. Manch ein Hund lauerte am Wegesrand, so war Vorsicht geboten. So langsam warf ich jetzt auch schon mal einen Blick zu Roadbook und Tripmaster. Allein navigieren hätte ich aber bei dem Tempo ( laut meinem Fahrer langsam!) allerdings nicht gekonnt. Wir mussten so manches mal scharf abbremsen, um Abzweige nicht zu verpassen. In einem Waldstück verfuhren wir uns jedoch und suchten den richten Abzweig. Gar nicht so einfach, jeder Weg sah gleich aus. Überall Motorradspuren ! Nach einigem hin und her fanden wir doch den richtigen Weg und ließen die KTM richtig gehen. Abends dann die Ernüchterung: ein Riss am Zylinder, aus dem Öl kam! Mittels Kaltmetallspachtel konnte dieser abgedichtet werden.

Am Dienstag fuhren wir ca. 300 km abwechselnd Sand- und Graswege, durch Weinanbaugebiete, an Kanälen entlang durchs Dickicht, auf ausgefahren Traktorwegen und schmalen Waldwegen. Im Seitenwagen rappelte es heftig und so manches mal mussten wir Ästen ausweichen. Auf einem Feld bergauf erwischte uns dann ein Plattfuß am Hinterrad. Dank meinem routinierten Fahrer kein Problem! Und weiter ging es – bis zum Bahnübergang. Die Schranke war unten, kein Zug kam. Wir hätten wohl Wurzeln geschlagen, wäre nicht ein Ungar gekommen, der irgendwie für das Heben der Schranke sorgte. Nun war es nicht mehr weit bis zum Ausgangspunkt und dem wohlverdienten Abendessen. Die Hinterraddecke wurde gewechselt und der Service für den nächsten Tag – die Fahrt nach Gyula – erledigt. Einige starteten noch zu einer zweiten Runde – 200 km lang – an diesem Tag.

Am Mittwoch waren wir gerade 20 km gefahren und 2,5 km weit weg von einer befestigten Straße mitten im Gelände, als auf einmal nichts mehr ging: Motor, Tripmaster, Roadbook, Licht fielen aus (Lichtmaschine). Wir entschlossen uns zur Bundesstraße zurückzuschieben, damit uns Norbert mit dem Sprinter zurück zum Hof schleppen konnte. Auf dem Weg dorthin trafen wir auf einen hilfsbereiten Ungar, der uns unbedingt zur Straße schleppen wollte. Ich war froh, den 2,5 km können schiebend verdammt lang sein. Auf dem kürzesten Weg ging es nun zurück; die anderen fuhren weiter in Richtung Gyula, wir auch – nur mit dem Auto. Dennoch, abends gab es in netter Runde immer jede Menge zu erzählen. Das Roadbook war sehr genau, Karl-Heinz als Norberts „rechte Hand“ immer hilfsbereit zur Stelle. Wir hatten eine tolle Woche mit einer klasse Truppe und haben beschlossen: Wir kommen nächstes Jahr wieder und wollen die ganze Tour fahren ! Hat Spaß gemacht! Gözönöm

(Danke) Norbert mit deinem MSA-Team! Bis nächstes Jahr!

 

                  • Susanne Zander